Boxen findet bei den Olympischen Spielen in Tokyo statt – IOC schließt Weltverband AIBA aus

Lausanne. Bei den Olympischen Spielen Tokio 2020 wird geboxt, jedoch ohne den Box-Weltverband AIBA. Diese einstimmige Entscheidung traf die 134. IOC-Session in Lausanne und bestätigte damit die Empfehlungen der IOC-Exekutive. Die Session suspendierte die Anerkennung des Internationalen Boxverbandes AIBA durch das IOC.

Die Entscheidung basiert auf dem Bericht einer Untersuchungskommission, die sechs Monate lang die Situation der AIBA untersucht hat. Die Kommission war von der Exekutive im November 2018 eingesetzt worden, da es ernsthafte Probleme bei der AIBA auf dem Gebiet der Finanzen, der Verbandsführung, der Ethik und im Kampfrichterwesen gibt.

Statt der AIBA wird eine spezielle Task Force des IOC das Box-Turnier von Tokio sowie die vorausgehenden Qualifikationen organisieren.

286 Quotenplätze für die Athletinnen und Athleten

In Tokio wird es 286 Quotenplätze für 100 Athletinnen und 186 Athleten im Boxen geben (Rio: 36 Athletinnen und 250 Athleten). Entscheidungen fallen in acht Gewichtsklassen bei den Männern und fünf bei den Frauen. Dies ist der nächste Schritt zur Geschlechtergerechtigkeit, nachdem es bei den Olympischen Spielen London 2012 und Rio 2016 noch jeweils zehn Männer-Gewichtsklassen und drei Frauen-Gewichtsklassen gegeben hatte.

Die Gewichtsklassen sind:

Männer (8):

Fliegengewicht (48 kg bis 52 kg)

Federgewicht (52 kg bis 57 kg)

Leichtgewicht (57 kg bis 63 kg)

Weltergewicht (63 kg bis 69 kg)

Mittelgewicht (69 kg bis 75 kg)

Leichtschwergewicht (75 kg bis 81 kg)

Schwergewicht (81 kg bis 91 kg)

Superschwergewicht (über 91 kg)

Frauen (5):

Fliegengewicht (48 kg bis 51 kg)

Federgewicht (54 kg bis 57 kg)

Leichtgewicht (57 kg bis 60 kg)

Weltergewicht (64 kg bis 69 kg)

Mittelgewicht (69 kg bis 75 kg)

Vier kontinentale Qualifikationsturniere werden zwischen Januar und Mai 2020 stattfinden (Asien und Ozeanien gemeinsam). Darüber hinaus wird es eine Weltqualifikation geben.

Mehr Informationen gibt es hier (Details zum Boxturnier in Tokio) und hier (zur Session-Entscheidung bezüglich des Status der AIBA).

Für die Boxerinnen und Boxer spielt der Ausschluss der AIBA laut Athletensprecherin Nadine Apetz (Köln) keine entscheidende Rolle. Im deutschen Boxteam, welches in Minsk bei den European Games drei Bronzemedaillen gewann, werde laut Apetz nicht viel über die Entscheidung des IOC gesprochen. “Ich glaube, uns geht es weniger darum, ob unser Weltverband die Turniere ausrichten darf oder nicht, sondern darum, ob Boxen olympisch bleibt oder nicht. Es bleibt olympisch und das ist für uns das Allerwichtigste”, sagte die 33-jährige Apetz im Interview mit der ARD-Sportschau.

DBV-Präsident Jürgen Kyas (Osnabrück) erklärte: „Hauptziel für uns ist, dass es keine Unsicherheit für unsere Athletinnen und Athleten gibt. Unsere Vorbereitungsmaßnahmen für die Olympischen Spiele werden konsequent auf die Olympischen Spiele ausgerichtet. Hier geht es uns vor allem um das Wohl unserer Athletinnen und Athleten.“