Stellungnahme des DBV-Vorstandes zum “Uwe Hamann-Interview” im Boxsport-Magazin

Offensichtlich fehlen dem Sportfreund Hamann ausreichende Kenntnisse in der satzungsgemäßen Abwicklung der Verbandsfinanzen, sowie in den heutigen Leistungssportstrukturen, die immer stärkere Einflussnahme und Abstimmungsbedarf mit dem Deutschen Olympischen Sportbund (DOSB), dem Bundesministerium des Innern (BMI), des Bundesverwaltungsamtes (BVA) und der Stiftung Deutsche Sporthilfe (SDSH) notwendig machen.

 

Der Vorstand des Deutschen Boxsport-Verbandes (DBV) steht voll inhaltlich zu den satzungsgemäß festgelegten Verbandszielen, in dem die Förderung und die Entwicklung der Vereinsstruktur, auf der Basis starker Landesverbände, eines seiner wichtigsten Ziele ist.

 

Im Folgenden werden ausschließlich die korrekten Fakten zu den angesprochenen Themen dargestellt:

 

1.  Finanzen

 

Der Vorstand des DBV achtet sorgsam auf die satzungs- und ordnungsgemäße Umsetzung der Finanzen im Rahmen des 60. DBV-Kongresses in Velbert am 07.10.2017. Der Vizepräsident Finanzen, Herr Erich Dreke, hat alle finanzrelevanten Positionen, wie die Jahresabschlüsse 2015/2016 inkl.  der Bilanz, schriftlich den LV-Präsidenten zur Verfügung gestellt. Ebenso wurde der Haushaltsplan 2018 vorgestellt.

 

In allen Jahren wurden dem DBV-Kongress durch den Steuerberater des DBV testierte finanzielle Analysen und der Haushaltsplan des DBV vorgelegt. Diese Finanzunterlagen wurden immer genehmigt und der Vizepräsident und der gesamte Vorstand wurden – auch mit den Stimmen von Baden-Württemberg – immer entlastet.

 

Auf die Frage des Versammlungsleiters, Herrn Beckmann, ob jemand von den anwesenden Präsidenten (Sportfreund Hamann war ebenfalls anwesend) noch Fragen zu den Finanzen, oder ob die Antworten transparent genug waren, gab es von Sportfreund Hamann keine Nachfragen bzw. Einwendungen.

 

Erhebung des Unterstützungsbeitrages von 50 Euro zur Finanzierung der vom BMI nicht finanzierten internationalen Zielwettkämpfe im Altersbereich U17/U19 m/w.

 

Dies war ein einstimmiger Vorschlag des Jugendausschusses. Hier hat der DBV-Kongress ebenfalls, genauso wie Sportfreund Hamann, mit großer Mehrheit zugestimmt.

 

Weitere Ziele dieser Erhebung sind:

 

– Faire Kostenverteilung der Entsendungskosten auf alle Landesverbände und deren Vereine – Bewahrung des

Nominierungsgrundsatzes „nur nach Leistung, nicht nach Geld“

 

Aussage Sportfreund Hamann: „Über die Jahre wurden die Beiträge wieder und wieder erhöht“

 

Richtig: Im Jahre 2009 hat die letzte Vereinsbeitragserhöhung des DBV stattgefunden.

 

2.  Leistungssport

 

Aussage Sportfreund Hamann: „Der DBV hat in der APB junge Talente verheizt“

 

Richtig ist, dass es ein einstimmiger Beschluss des Lenkungsteams im Jahre 2014 war, einen Qualifikationsschwerpunkt über die APB zur Teilnahme an den olympischen Sommerspielen zu versuchen, da dies als sehr chancenreich eingeschätzt wurde.

 

Ergebnis: 5 Olympiaqualifikationen für Rio de Janeiro über die APB. Das beste Qualifikationsergebnis seit dem Jahre 2000. Altersdurchschnitt der 6 Olympiateilnehmer: 26 Jahre.

Der Älteste mit 29 und der Jüngste mit 24 Jahren.

 

3.  Bundesstützpunktstruktur

 

Abgestimmte Konzeptionen mit DOSB und BMI

 

Der vom DOSB vorgegebene Grundsatz, dass Bundeskader-Athleten an einem Bundesstützpunkt trainieren müssen, ist eine Vorgabe, die von Seiten des DBV nicht verändert werden darf. Das Stützpunkt-Trainerteam arbeitet sehr konstruktiv zusammen, mit dem Ziel der Weiterentwicklung der Athletinnen und Athleten.

 

4.  Bundestrainerstruktur

Nach dem leitenden Bundestrainer Dr. Michael Bastian, folgte als leitender Bundestrainer Dr. Harry Kappell (befristeter Arbeitsvertrag bis 31.12.2016). Sportfreund Hamann wäre gut beraten gewesen, in dieser Sache seinen leitenden Landestrainer aus Baden-Württemberg zu befragen.

 

5.  Lenkungsteam

 

Der Sportdirektor koordiniert das Lenkungsteam. Im Lenkungsteam werden die Nominierungsvorschläge diskutiert und dann eine Empfehlung an die Nominierungskommission abgegeben. In der Bündelung der fachlichen Kompetenz unserer besten Trainer konnten hervorragende Nominierungsergebnisse erzielt werden.

 

Sportfreund Hamann war sowohl Mitglied im Lenkungsteam, als auch in der Nominierungskommission und hatte ausreichend Gelegenheit, schriftliche Konzepte oder wenigstens kompetente Wortbeiträge einzubringen.  Dies blieb aus.

 

Weitere Teilnehmer des Lenkungsteams sind jeweils ein Vertreter des DOSB sowie des IAT (Institut für angewandte Trainingswissenschaften in Leipzig), damit zur Zeitersparnis gleichzeitig auch alle notwendigen Abstimmungen mit dem DOSB und IAT erfolgen können. Es ist ein sehr effizientes Gremium, das sich mehr als bewährt hat.

 

6.  Zusammenarbeit mit den Profis

 

Hier besteht ein Sichtungsauftrag in Absprache mit dem DOSB, BMI und Bundeswehr, um eventuell mögliche Kandidatinnen/Kandidaten zu prüfen, ob sie eine Olympiamannschaft verstärken können oder nicht.

 

7.  Absicherung Mike Hanke

 

In Zusammenarbeit mit der Bundeswehr, dem Standort Berlin, konnte ein tragfähiges Konzept entwickelt werden, in dem Herr Hanke eine volle Stelle am Bundesstützpunkt Berlin innehat.

 

Über ein intelligentes Sichtungskonzept hat er eine zusätzliche Ressource, um talentierte Boxerinnen und Boxer zu sichten.

 

Vergessen hat Sportfreund Hamann den gesamten Frauenbereich. Hier ist eine sehr erfreuliche Aufwärtsentwicklung in den olympischen Gewichtsklassen festzustellen und hier gilt es, alle unsere Vereine zu motivieren, sich mit dem Frauenboxen auseinander zu setzen und massiv zu unterstützen.

 

FAZIT

 

Das Interview weist beim Hinweisgeber, sowie dem Schrifturheber, erhebliche fachliche Wissenslücken auf. Viele Behauptungen wurden widerlegt und identifizieren diese als absolut wahrheitswidrig.  Man kann hier vermuten, dass die Beteiligten am Interview aus Frustration, der Eine als Wahlverlierer, der Andere, weil er kein Ehrenamt als DBV-Pressesprecher erhielt, gehandelt haben.

 

Konstruktive Kritik ist immer willkommen. Wahrheitswidrige Behauptungen sind fehl am Platz.

 

Einst behauptete der griechische Philosoph Sokrates: „Es ist keine Schande nichts zu wissen, wohl aber nichts lernen zu wollen!“

 

Kassel, 26.03.2018

Für den DBV-Gesamtvorstand

gez. Jürgen Kyas

DBV-Präsident

 

Stellungnahme DBV-Vorstand