WM Elite – Überraschung im Viertelfinale blieb leider aus

(von Dr. Harry Kappell aus Doha)

Im Viertelfinale der WM der Elite in Doha musste der deutsche Superschwere gegen den Kasachen Ivan Dychko antreten. Gegen den Vizeweltmeister und Sieger der Asienspiele war Florian der Aussenseiter und hatte nichst zu verlieren.

Als der Kampf begann wurde schnell deutlich, dass der Respekt vor dem großen Namen doch zu groß war. In der ersten Runde passierte nicht viel, die Kontrahenten tasteten sich ab und Dychko gewann die Runde. In der zweiten Runde war der Kasache aktiver und arbeitete in der langen Distanz, Florian war in diesem Durchgang zu passiv. Erst in der dritten Runde faste sich der Deutsche ein Herz und setzte seinen Gegner unter Druck, konnte gute Treffer anbringen und zeigte deutlich, was in ihm steckt.

Das einstimmige Urteil zugunsten des Kasachen war folgerichtig und entsprach dem Kampfverlauf.
„Hier war heute mehr drin, Florian ist nicht weit weg von der Spitze“, so Trainer Michael Timm nach dem Kampf.

Das Viertelfinale dieser WM in Katar ist zu Ende und die „üblichen Verdächtigen“ setzen sich in der Breite durch. Das sich 7 Kubaner, 4 Russen und 4 Aserbeijaner ins Halbfinale boxen, ist nach den Ergebnissen der letzten Jahre keine Überraschung. Das sich aber auch 6 Usbeken unter die letzten vier kämpfen, ist eine Überraschung.

Sieht man von Russland und Azernbeijan ab, sieht es für den Rest Europas ernüchternd aus. Das westliche Europa hat sich fast „kollektiv“ von der WM verabschiedet. Gestandene Boxnationen die Bulgarien, Italien, Polen, Spanien und Deutschland sind nicht mehr dabei. Auch die „Kleinen“ wie Dänemark, Schweden und Holland konnten keine Überraschung platzieren. Die Briten, Franzosen haben jeweils einen Boxer ins Halbfinale gebracht. Wie gewohnt erfolgreich präsentieren sich die die irischen und ukrainischen Boxer.

Insgesamt ein sehr interessantes Ergebnis, das wir in Ruhe analysieren werden.

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