U21-DM in Moers: NRW ist bester Landesverband auf Box-Meisterschaft

Die internationale Boxmeisterschaft der U21 in Moers ist zu Ende. Drei Tage, sechs Veranstaltungen und 57 Kämpfe waren nötig, um die zwölf neuen deutschen Titelträgerinnen und Titelträger zu ermitteln.

Schulz trifft

Schulz trifft

Kürzester Kampf
Florian Schulz gegen Toklir Xhoxhay, dass war die Finalpaarung im Schwergewicht. Mecklenburg-Vorpommerns Landestrainer Christian Morales hatte zuvor Xhoxhay in dessen Kampf gegen Sebastian Lidzbarski studiert und gesehen: Xhoxhay ist ein Boxer, der nach vorn geht und seinen Gegnern Schmerzen bereiten kann.
Doch Morales hatte etwas entdeckt, was ausschlaggebend für den Angriffsplan seines Schützlings sein würde.

Schulz perlten die Schweißtropfen über die Stirn. Coach Morales hatte Mühe, die großen Fäuste des Greifswalders Sportsoldaten in die blauen Box-Handschuhe zu zwängen. Schulz nahm die drei Stufen zum Ring und kletterte durch die Seile. Sein Blick war auf die rote Ecke gerichtet. Dann kam der Gong.
Kein Abtasten, kein Taktieren, der Hauptgefreite der Sportfördergruppe Bruchsal stellte die richtige Distanz her und feuerte vier Hände ab. Xhoxhay taumelte und seine Ecke warf das Handtuch.
Damit gewann Schulz eine der drei Goldmedaillen, die Athleten aus Mecklenburg-Vorpommern mit nach Hause nehmen konnten.

Aras Bilgenur und Marie Maciejewski

Aras Bilgenur und Marie Maciejewski

Erstes Gold in Moers
Die EM-Dritte und Deutsche Jugendmeisterin Marie Maciejewskie gewann gegen die Frankfurterin Aras Bilgenur ihre erste U21 Goldmedaille. Die 18-jährige Schülerin des PSV Stralsund ging in ihren vier Runden keinen Schritt zurück und piesackte Bilgenur mit vielen Körpertreffern.

Bester Techniker
77 Kämpfe, davon 67 Siege stehen im Kampfpass von Omar El-Hag aus Berlin. Der amtierende Titelträger besiegte in der Zwischenrunde den Kölner Hadi Sultani durch TKO. Sultani hatte den Körperhaken nicht kommen sehen, mit dem ihn El-Hag zu Boden schickte. Im Finale boxte der Berliner gegen den Baden-Württemberg-Meister, Sandro Omerovic, der im Halbfinale Jouness Zaares besiegte. Der Berliner sah jede Lücke in Omerovic‘s Deckung und hielt drauf. Klarer Punktsieg für El-Hag.

Alter Meister gleich neuer Meister
Mittelgewichtler Abu-Lubdeh Abdulraman tat es Omar El-Hag gleich und verteidigte seinen Titel aus dem Vorjahr. An der Dominanz des Sportsoldaten hatte keiner der Boxexperten gezweifelt, aber der Obergefreite wollte im jeden Kampf perfekt boxen und stand sich damit zeitweise selbst im Weg. Sein überragendes Führhandboxen zeigte er zu wenig. Deshalb war Stützpunkt-Trainer Ralf Dickert als Psychologe gefordert, um den Berliner Militär-WM-Dritten zu erden. Das gelang Dickert, denn im Finalkampf hielt Abdulraman den Baden-Würrtemberger, Patric Hill, klug auf Abstand und vermied unnötige Infights durch schnelle Ausweichmanöver.

Albon Pervizaj besiegt Roman FressBester Kämpfer
Auf dem Chemiepokal in Halle gewann Schwergewichtler Albon Pervizaj die Bronze-Medaille und klopfte damit schon einmal bei der internationalen Elite an. Dass dies kein Zufall war, zeigte der Schweriner Sportsoldat in Moers. Durch einen 3 : 0 Punktsieg über Kenan Husovic qualifizierte er sich für den Titelkampf. Hier stand der Gefreite der Sporfördergruppe Frankfurt/Oder dem Vorjahressieger Roman Fress vom Velberter BC gegenüber. Pervizaj machte das, was er am Besten kann: Richtig gut boxen. Der Sportsoldat drängte nach vorn und zog seine Schlaghand über Fress etwas zu tief stehender Führhand. In der letzten Runde war die Körpersprache von Fress eindeutig. Den Kampf hatte er verloren.

Bester Landesverband NRW
NABV Sportwart Franz Stahlschmidt nahm den Pokal für den besten Landesverband in Empfang. Drei Goldmedaillen konnten die Sektor-Boxer gewinnen. Oberhausens Abass Baraou bestätigte seinen guten Eindruck aus den Vorkämpfen und besiegte im Finale den Wormser Olcay Simsek.
Letztes Jahr war NRWs Ibrahim Bazuev in Moers noch zweiter, dieses Jahr triumphierte er im Kampf um Gold über den Hamburger Meister, Ammar Abduljabbar.
Ebenfalls Gold gewann Fliegengewichtler Richard Goman. Mit glänzenden Leistungen gegen den Hamburger Achmed Al Jabar und Alberto Mustafi aus Frankenthal knüpfte der Schüler der Post-Telekom Münster an seiner Vorjahresform an. Mit Sicherheit wird er auch in der Elite einen starken Eindruck hinterlassen.

TOP Organisation
Bestnoten gab es vom DBV für den Ausrichter ABC Rheinkamp. Rheinkamps Präsident Roman Morawiec gelang zum zweiten Mal, eine perfekte Veranstaltung zu organisieren. Damit liegt die Messlatte für die Niederrheiner hoch. Denn auch nächstes Jahr wird die U21-DM wieder in Moers ausgerichtet werden.

Alle Ergebnisse
F-48KG: MACIEJEWSKIE Marie, MV, 3:0 PS über ARAS Bilgenur, HE
F-60KG: HORN Leila, HA, 2:0 PS über STEPHAN Yvonne, BW
M-49KG: CHERAKIS Christos, BW, 3:0 PS über CAJIC Dejan, BW
M-52KG: GOMANN Richard, NRW, 3:0 PS über MUSTAFI Alberto, SW
M-56KG: EL-HAG Omar, BE, 3:0 PS über OMEROVIC Sandro, BW
M-60KG: BARYSHNIK Wladislaw, BW, 3:0 PS über YILDIRIM Murat, BE
M-64KG: GASHI Agon, NS, 3:0 PS über FRÜHSORGER Wladimir, NRW
M-69KG: BARAOU Abass, NRW, 3:0 PS über SIMSEK Olcay, SW
M-75KG: ABDULRAMAN Abu-Lubdeh, BE, 3:0 PS über HILL Patric, BW
M-81KG: BAZUEW Ibrahim, NRW, 3:0 PS über ABDULJABBAR Ammar, HA
M-91KG: PERVIZAJ Albon, MV, 3:0 PS über Roman Fress, NRW
M+91KG: SCHULZ Florian, MV, 3:0 PS TKO RD1 über XHOXHAY Toklir, BW

Über Manfred Dörrbecker