12. DM der Frauen: Sven Ottke ist Glücksbringer für Nina Meinke

Pünktlich um 18 Uhr begann die Abendveranstaltung der 12. Frauen DM. In den verbliebenen acht Kämpfen wurden die letzten Teilnehmerinnen für das Halbfinale ausgeboxt. Die Abendveranstaltung war gleichzeitig die offizielle Eröffnung. Auch der ehemalige Profi-Weltmeister Sven Ottke war unter den Zuschauern.

Eli. 48KG Annemarie Stark (SH) 2 : 1 PN gegen Diana Loichinger (BY)
Gleich im ersten Kampf gab es eine Überraschung, denn die Topfavoritin im Fliegengewicht, Kapitänleutnant der Bundeswehr, Annemarie Stark verlor gegen Diana Loichinger aus Regensburg. Die erste Runde konnte die Soldatin für sich entscheiden, doch dann drückte Loichinger dem Kampf ihren Stempel auf. Abwartend konterte die Regensburgerin die Plönerin aus und übernahm dann den Angriff. Der Kampf stand auf Messers Schneide, doch letztendlich entschied sich die Jury für Loichinger.

Eli. 48KG Felicitas Vogt (BW) 3 : 0 PS über Ricarda Göhlert (SA)
Felicitas Vogt beherrschte ihre Gegnerin alle vier Runden. Die Stuttgarterin pendelte vor Ricarda Göhlert vom BC Görlitz Fuhneland vor und zurück und bot kein Ziel. Auch eine Verwarnung wegen Drückens konnte ihren Sieg nicht verhindern.

Eli. 60KG Nina Meinke (BE) 3 : 0 PS über Katrin Hühn (HE)
„Schlaghand, Führhand“, forderte der mehrfache Profi-Weltmeister Sven Ottke von seiner Patentochter Nina Meinke. Meinke erfüllte Ottkes Wunsch und nahm Kathrin Hühn unter Feuer. In Runde drei wurde Hühn angezählt. Danach machte die Offenbacherin dicht und ging nur noch zaghaft in ihre Angriffe. Obwohl sie den Kampf verlor, konnte Hühn mit ihrer Leistung zufrieden sein.

Eli. 60 KG Dilar Kisikyol (NRW) 2 : 1 PN gegen Tiffany Kussens (BY)
Tiffany Kussens vom TV Bad Windsheim wollte die Rheindorferin Dilar Kisikyol mit Köperschlägen auspumpen. Das klappte nicht, denn Kisikyol hatte die Deckung genau dort, wo sie hingehörte. Nach jeder Körperattacke übernahm Kisikyol den Angriff und ging mit geraden Stößen zum Kopf. Doch auch Kussens deckte perfekt. Die letzte Runde musste die Entscheidung bringen. Ein einziges Mal passte Kisikyol nicht auf und musste den wahrscheinlich kampfentscheidenden Kopftreffer nehmen.

Eli. 60KG Tasheena Bugar (BW) 3 : 0 PS über Güzin Atac (NS)
Tasheena Bugar konnte sich ohne größere Probleme für das Halbfinale qualifizieren. Mit gutem Auge sah die Stabsunteroffizierin aus Bruchsaal die Lücken und schlug zu. Güzin Atac aus Salzgitter war ratlos und hatte nichts entgegenzusetzen. Bugars Punktsieg war einstimmig.

Eli. 60KG Yvonne Stephan (BW) 3 : 0 PN gegen Ewa Gawenda (NRW)
Ewa Gawenda bezog in der Ringmitte Stellung und kontrollierte die starke Yvonne Stephan vom LV Baden-Württemberg. Es war ein eher unauffälliges Gefecht mit vielen Schlägen, in dem sich Gawenda einen uneinholbaren Vorsprung herausboxte

Eli. 64KG Stephanie Tubach (NRW) TKO Rd. 3 über Sissy Belter (SN)
Die Wuppertalerin Stephanie Tubach ging sofort in den Angriff und deckte Sissi Belter mit unzähligen Schlägen ein. Ringrichterin Susan Köpke sah, dass die Klingenthalerin sich nicht mehr von den Seilen lösen konnte und zählte sie an. In der dritten Runde holte Tubach ihre Gegnerin mit einem harten Milzhaken von den Beinen. Referee Köpke brach sofort ab.

Eli. 64KG Irina Schöneberger (BW) Olga Brzezinska (BW)
Da war mehr drin für die Baden-Württembergerin Olga Brzezinska. Zu durchsichtig trug sie ihre Angriffe vor. Die ebenfalls für Baden-Württemberg startende Irina Schönberger mied Brzezinskas Schläge und leitete mit einem geschmeidigen Tempowechsel ihre Gegenangriffe ein. Das sah nicht nur gut aus, es wirkte; vor allem auf den Punktzetteln des Kampfgerichts.

Überlassen wir das Fazit dieser Veranstaltung dem mehrfachen Weltmeister Sven Ottke. Ottke war begeistert von der konditionellen Stärke der Boxerinnen. Vor allem lobte er Felicitas Vogt und Ricarda Göhler, die vier Runden ein Höllentempo gingen. Aber es kam auch leise Kritik von ihm. Für seinen Geschmack gingen zu viele Boxerinnen überhastet in die Angriffe. Seiner Meinung nach hätte weniger wildes Schlagen und mehr kluges Angreifen dem einem oder anderen Kampf gut getan.

Über Manfred Dörrbecker