12. DM der Frauen: Andrea Strohmeier besiegt Nadine Apetz

Auch auf der dritten Veranstaltung zeigten Deutschlands Boxerinnen, dass der Nachwuchs zur Elite aufgeschlossen ist. Ob Sieg oder Niederlage, alle Sportlerinnen zeigten sich optimal vorbereitet und gaben sich bis zu keiner Sekunde geschlagen.

Jug. 69KG Sabah Moukdir (NS) 3 : 0 PN gegen Natalia Pawletko (NRW)
Natalia Pawletko boxte auf der kräftezehrenden Außenbahn. Freiwillig ging die Colonia-06 Boxerin die langen Wege und nahm Sabah Moukdir unter Beschuss. Gegen Pawletkos schönes Kombinationsboxen hatte die Verdenerin nichts entgegenzusetzen.

 Eli. 52,5KG Ornella Wahner (BE) 3 : 0 PS über Selin Korkmaz (NRW)
Ornella Wahner, Berlins amtierende deutsche Meisterin und Schützling von Ralf Dickert ist hervorragend ausgebildet. Gegen Wesels Selin Korkmaz war sie als Konterboxerin gefragt, denn Korkmaz drängte nach vorn. Geschickt fing Wahner die Weselerin mit Körperschlägen ab. Danach ging Wahner einen halben Schritt zurück, um Schwung für den Gegenangriff aufzunehmen. Mit einem einstimmigen Punktsieg belohnte die Jury die Berlinerin.

 Eli. 57KG Melanie Milles (BY) 3: 0 PN gegen Monika Schwarz (HE)
Lokalmatadorin „Melli“ Milles boxte ein hohes Tempo gegen die Hessin Monika Schwarz. Doch sie bekam die Boxerin des BC Kostheim nicht unter Kontrolle. Zunehmend musste sie das kräftezehrende Tempo drosseln. Schwarz drehte auf. Mit heftigen Schlag- Stafetten ging sie in die Frau und kam zu vielen Treffern, die letztendlich den Sieg bedeuteten.

 Eli. 57KG Nomin Deutsch (BW) 3:0 PS über Sandra Peczkowski (NS)
Besser konnte es für Nomin Deutsch nicht laufen. Statt sich auf ihre Reichweitenvorteile zu besinnen, stürzte sich Peczkowski in jeden Nahkampf, den ihr die Ludwigsburgerin anbot. Im Infight war Deutsch die Bessere und qualifizierte sich für das Halbfinale.

 Eli. 57KG Regina Slobodyanikov (BY) 2: 0 PN gegen Sandra Atanassow (SN)
Beim Kampf zwischen Regina Slobodyanikov und Sandra Atanassow war das Punktgericht gefordert. Beide Boxerinnen versuchten den Kampf mit ihren Führhänden zu bestimmen. Erst als Atanassow die Schlaghand stärker einsetzte, konnte Sie das Gefecht zu ihren Gunsten drehen.

 Eli. 57KG Andrea Freymuth (NS) 2:0 PS über Naomi Mannes (HE)
Erste Runde für Niedersachens Andrea Freymuth, zweite Runde für Hessens Naomi Mannes: Ausgeglichen starteten die Boxerinnen in die dritte Runde. Verbissen setzten sie auf Angriff und kamen auf die gleiche Trefferanzahl. Im letzten Durchgang kam die Niedersächsin zweimal mit ihrem Jab durch und sicherte damit ihre Teilnahme am Halbfinale.

 Eli. 69KG Janine Hoffmann (HE) 3:0 PS über Kristina Stürmer (BY)
„Beweg Dich, beweg dich“, rief die Ecke Janine Hoffmann zu. Und Hoffmann bewegte sich. Mal links herum, mal rechts herum tänzelte Sie vor der Eichstätterin Kristina Stürmer und setzte dabei abwechselnd Schlag und Führhand ein. In der letzte Runde wollte es Stürmer noch einmal wissen und bäumte sich gegen die anbahnende Niederlage aus. Doch es reichte nicht mehr.

 Eli. 69Kg Darlene Jörling (NRW) 3:0 PS über Laura Hautz (SL)
Klare Sache für die Power-Frau vom Telekom Münster: Darlen Jörling, die Jugend-Europameisterin von 2012 brillierte durch erstklassige Angriffs- und Verteidigungstechniken. Ihre Gegnerin, Laura Hautz vom BC Neunkirchen, trat durchaus selbstbewusst auf und gab sich zu keiner Sekunde geschlagen. Doch diesmal war Jörling eine Nummer zu stark für die Neunkirchenerin.

 Eli. 75 KG Andrea Strohmeier 3 : 0 PS über Nadine Apetz (NRW)
Für die Box-Experten war es das vorgezogene Finale im Mittelgewicht. Nadine Apetz, die Neurowissenschaftlerin vom Boxring Hilden und Deutsche Meisterin im Weltergewicht ist aufgestiegen und boxte in Weißenburg erstmals im Mittelgewicht. Ihre Gegnerin war die Stabsunteroffizierin Andra Strohmeier aus Gifhorn. Strohmeier kehrte nach ihrem Ausflug in die 81 KG Klasse bei der EM zurück ins Mittelgewicht. Hier hält sie auch den Titel. Die deutsche Meisterschaft in dieser Gewichtsklasse ist richtungsweisend, denn sie ist einer der drei Frauen-Klassen bei den olympischen Spielen in Rio de Janeiro.
Apetz versuchte über ihre Stärke den Kampf zu bestimmen, doch dabei wirkte sie verkrampft und blieb in Strohmeiers robuster Doppeldeckung stecken. Obwohl Apetz permanent am Schlagen war, kam sie zu wenig Zählbaren. Strohmeier machte es besser. Die Soldatin vom Bundeswehr-Stützpunkt Bruchsal würgte mit einem halben Schritt nach vorn die Attacken der Hildenerin ab und setzte dabei mit Cross-Schlägen die notwendigen Treffer. Bundestrainer Michael Bastian und Roland Kubath bestätigten im Interview das Urteil des Kampfgerichts. „Nadine Apetz war verkrampft und ging zu überhastet in die Angriffe. Andrea Stromeier hat verdient gewonnen“, erklärten Sie unisono.
Doch noch ist Apetz nicht ausgeschieden, denn die 75 KG Klasse ist ein Dreierfeld und hier muss jede Teilnehmerin mindestens einen Kampf bestreiten. Deshalb boxt Apetz im Halbfinale gegen Olivia Endale Maky aus Berlin. Sollte sie den Kampf gewinnen, würde sie im Finale erneut gegen Strohmeier antreten.

Über Manfred Dörrbecker