CPH: Sensation auf dem Chemiepokal – Araik Marutjan verliert umstritten

Wei Liu, CHN und Araik Marutjan

Wei Liu, CHN und Araik Marutjan

Fotos: M. Ginel

Der Chemiepokal erlebt seine erste Sensation. Der deutsche Überflieger Araik Marutjan verliert umstritten gegen den Chinesen Liu Wei. Dabei wollte Marutjan auf dem Chemiepokal seine herausragende Stellung in der deutschen Mannschaft unter beweis stellen. Wei ist ein aggressiver Boxer, der am liebsten am Mann arbeitet. Nicht so in Halle, denn Marutjan zog durch. Jeder seiner Schläge kam hart. Ständig tänzelte er auf der Außenbahn, wobei er mit jedem harten Kopfhaken die Richtung wechselte. Marutjan fing an zu zaubern. Haken, Richtungswechsel, Schlagkombination und wieder Richtungswechsel. Nur Ausnahmeathleten können diese Boxelemente unter Druck verbinden. Und dann das Urteil: Punktsieg für China. Das Publikum buhte, sogar Weis Anhänger mussten schmunzeln.

v.l. Lei Wang, CHN und Robert Harutyunyan

v.l. Lei Wang, CHN und Robert Harutyunyan

Das war die einzige Niederlage für die bundesdeutschen Boxer, denn Artem Harutyunyans kleiner Bruder Robert wuchs in seinem Kampf über sich hinaus und besiegte den ebenfalls für China startenden Lei Wang knapp nach Punkten. Es war ein spannender Kampf, denn beide Kämpfer waren ständig in Bewegung und gingen ihrerseits mit gut vorbereiteten Kombinationen in den Nahkampf. Eine Minute vor Schluss zog Harutyunyan das Tempo auf Höchstgeschwindigkeit und blitzte sauber durch die Deckung des Chinesen.

v.l. Michaewl Gunitzberger, AUT und Abass Baraou

v.l. Michaewl Gunitzberger, AUT und Abass Baraou

Nach der Niederlage von Marutjan ist Abass Baraou der letzte Deutsche im Weltergewicht. Baraou ist einer der neuen in der deutschen Staffel und machte gegen den Österreicher Gunitzberger genau das, was er am besten kann, nämlich geradliniges und saubereres Angriffsboxen. Gunitzberger kämpfte auf Augenhöhe, verlor aber im letzten Durchgang die Übersicht, sodass Baraou ungefährdet den Sieg mit in seine Ecke nehmen konnte.

v.l. Hyeongkyu Kim und Igor Teziev

v.l. Hyeongkyu Kim und Igor Teziev

Igor Teziev zählt ebenfalls zu den jungen wilden im DBV-Team. Sein Kontrahent war der Koreaner Hyeongkyu Kim. Normaler Weise findet Teziev über sein hohes Tempo in den Kampf. Doch in Halle drosselte er etwas das Kampftempo. Dennoch war die Geschwindigkeit hoch genug um den Koreaner auszupumpen. Im letzten Durchgang war Teziev noch einmal gefordert, um den wild anstürmenden Kim auf Abstand zu halten. Clever streute der Deutsche aus der stabilen Doppeldeckung seine Rechte ab und brachte so die Angriffe des Koreaners zum stottern.

v.l.Jianzheng Wang, CHN und Serge Michel

v.l.Jianzheng Wang, CHN und Serge Michel

Serge Michel bekam es wie Marutjan und Harutyunyan mit einem starken Chinesen zu tun. Jinazheng Wang war der erwartet schwere Gegner für Michel, aber der behielt die Nerven und hielt sich diszipliniert an die Anweisungen seines Trainers Zoltan Lunka. Der forderte die Schlaghand von seinem Schützling, mit der er Wang in der zweiten Runde sehr hart traf. Ein tiefer Cut unter der Augenbraue war die Folge. Auf Anraten des erfahrenen Ringarztes Dr. Sieckmann brach der Referee in der zweiten Runde ab.

Über Manfred Dörrbecker