CPH: Artem Harutyunyan, Florian Schulz und Abass Baraou stehen im Finale von Halle

Bilder: Thomas Häusler

Nachdem Artem Harutyunyan sich bereits am Nachmittag für das Finale qualifizierte, zogen Florian Schulz und Abass Baraou nach.

v.l. Tony Yoka, FRA und Florian Schulz

v.l. Tony Yoka, FRA und Florian Schulz

Superschwergewichtler Schulz machte gegen den Franzosen Tony Yoka seine Endrunden-Teilnahme perfekt. Bereits nach einer Minute riss er Yoka mit einer krachenden Rechten von den Beinen. Schulz blieb am Drücker und hatte den Franzosen an den Seilen. Trotzdem musste er aufpassen, denn Yoka fand zurück in den Kampf. Der Deutsche legte nach und hatte ihn im letzten Durchgang schwer am Wackeln. Ein toller Kampf und ein verdienter Finaleinzug für den jungen Deutschen.

v.l. Stephen Donelly, IRL und Abass Baraou

v.l. Stephen Donelly, IRL und Abass Baraou

Abass Baraou war nach seinem Kampf einfach nur happy. Dabei startete der Weltergewichtler sehr zurückhaltend. Sein Auftreten hatte etwas von einer Lokomotive, die aus einem Bahnhof rollt. So hatte der Ire Stephen Donelly keine Mühe, Baraous Schläge abzuwehren und den Kampf zu übernehmen. Dann nahm Abass fahrt auf. Leichtfüßig pendelte er vor und zurück. Runde 3. Abass dreht auf und hält Donelly unter Dauerfeuer. Der Ire wehrt sich heftig und versucht mit letzter Kraft den Kampf zu drehen. Aber er kann den Deutschland-Express auf seinem Weg ins Finale nicht mehr stoppen.

Ronny Beblik und Alexandr Riscan, MDA

Ronny Beblik und Alexandr Riscan, MDA

Eine große Überraschung für die vielen Boxfans im Maritim Hotel war die Niederlage des deutschen Fliegengewichtlers Ronny Beblik, der letztes Jahr in Halle triumphierte. Alle drei Runden griff er den Moldawen Alexandr Riscan an, und wurde dabei aber mehrfach ausgekontert. In der Zweiten musste er einen harten Kopfstoß nehmen. Doch Beblik biss die Zähne zusammen und versuchte vergeblich seine Niederlage zu verhindern.

v.l.  Berik Abdrakhmanov, KAZ und Robert Harutyunjan

v.l. Berik Abdrakhmanov, KAZ und Robert Harutyunjan

Leichtgewichtler Robert Harutyunyan konnte seinem Bruder nicht ins Finale folgen. Er verlor gegen den brillanten Techniker und WM-Dritten aus Almaty, Berik Abdrakhmanov trotz einer sehr guten Leistung.

v.l. Xuanxuan Wang, CHN und Albon Pervizaj

v.l. Xuanxuan Wang, CHN und Albon Pervizaj

Obwohl er den Kampf über weite Strecken offen hielt, konnte sich Albon Pervizaj gegen den Chinesen Xuanxuan Wang nicht durchsetzen. Pervizaj jagte dem Olympiateilnehmer von 2012 richtig Angst ein. Das sah man an seinen ungestümen Angriffen in der zweiten Runde, nachdem er vorher von Pervizaj ordentlich Hiebe bekommen hatte. Es war eine tolle Vorstellung, die Pervizaj präsentierte, leider reichte sie nicht zum Weiterkommen des jungen Deutschen.

v.l.Ali Kiydin und Joseph Joyce

v.l.Ali Kiydin und Joseph Joyce

Auch Ali Kiydin schied auch aus. Er verlor gegen den riesigen Joseph Joyce aus England. Dabei hatte Kiydin den Engländer mehrfach am Taumeln. Doch wie in seinem Kampf gegen den Türken Demirezen war Kiydins Deckung ab der zweiten Runde nicht mehr vorhanden. Joyce ließ sich nicht zweimal bitten und kam so zu mühelosen Treffern.

Damit hat Deutschland drei Boxer im Finale von Halle, die alle guten Chancen haben, den Titel des Traditionsturniers mit nach Hause zu nehmen.

Über Manfred Dörrbecker