Velberter Box-Club mit Auswärtssieg – Straubing schlägt Hanau

v.l. Eugen Burharcd (VBC) und Clarence Goyeran (NSV)„Verlieren verboten“, das war die eindeutige Parole des NSV Trainers Connie Werner an seine Männer, denn seit sieben Jahren ist der Nordhäuser SV zu Hause ungeschlagen. Diese Serie durfte auch gegen den Rekordmeister Velberter BC auf keinen Fall reißen.
Allerdings hatte der NSV Personalprobleme, denn Balazs Bacskai, eine echte Bank des Nordhäuser SV, startete für den ungarischen Verband auf einem internationalen Turnier in Budapest. Für ihn rutschte Angelo Welp hoch ins Weltergewicht. Die entstandene Lücke im Halbwelter schloss Clarence Goyeran, neben Salomo Ntuve der zweite Schwede in der Staffel der Thüringer.
Auch der Velberter BC startete ersatzgeschwächt. Gleich drei Boxer fehlten. Araik Marutjan laboriert weiterhin an einer Schulterverletzung, Artem Harutyunyan fehlte wegen WSB Verpflichtungen bei den German Eagles, genauso wie Peter Mullenberg, der für das italienische WSB-Team gegen Algerien boxte.

Von der Papierform hätte NSVs Serie eigentlich halten müssen, aber im Boxsport läuft es selten wie geplant.

Enrico La Cruze (VBC)Gleich der erste Kampf brachte die über 1000 Zuschauer in der ausverkauften Ballspielhalle zum Kochen. Letzte Saison startet Salomo Ntuve noch in Babelsberg, diese Saison ist er einer von Nordhausens Besten. Jetzt sollte er gegen VBCs Enrico La Cruz die ersten Punkte für seine Staffel einfahren. Doch aus dem geplanten Sieg wurde nur ein Unentschieden, denn La Cruz ist derzeit in bestechender Form. In Straubing besiegte er den Deutschen Meister Edgar Walth klar nach Punkten und auch gegen Ntuve zeigte der junge Holländer keinen Respekt. Aus der Ringmitte boxend hielt er Ntuve im Rückwärtsgang. Beide Athleten schlugen viel und deckten perfekt, wobei La Cruz in Runde zwei und drei einige Treffer mehr im Ziel hatte. Im letzten Durchgang zog Ntuve das Tempo an und rettete durch sein Unentschieden einen Punkt für seine Mannschaft.

Im Halbwelter hatte Clarence Goyeran gegen Velberts Eugen Burhard alle Hände voll zu tun, denn Burhard drückte mit beiden Fäusten mächtig nach vorn. Allerdings setzte Burhard in den entscheidenden Situationen nicht nach. In der Endabrechnung war das ausschlaggebend, denn das Kampfgericht gab den 2 : 1 Punktsieg nach Nordhausen.

v.l. Cihan Calik (VBC) und Angelo Welp (NSV)Angelo Welp sollte im Weltergewicht die nächsten Punkte für den NSV einfahren. Mit harten Schlägen auf der Außenbahn rüttelte er VBCs Cihan Calik mächtig durch. Caliks Antwort kam prompt. Er ging in den Angriff und klingelte Welp an. So wie er in der ersten Runde aufhörte machte Calik in der zweiten weiter. Knallharte Schläge prasselten auf den bulligen NSV-Boxer ein. Welp wackelte, doch irgendwie rettete er sich in die Pause. In der dritten Runde war Welp wieder da und nahm Calik im Nahkampf unter Dauerfeuer. Aber auch Welps Schlussspurt reichte nicht aus, um Caliks schweren Treffer aus den ersten beiden Runden auszugleichen. Der knappe Punktsieg ging an den Gast aus Velbert.

v.l. Meriton Rexhepi (NSV) und Stefan Hertel (VBC)NSV-Youngster Meriton Rexhepi stand im Mittelgewicht dem deutschen Meister Stefan Härtel gegenüber. Auch Rexhepi ist Deutscher Meister, allerdings in der Jugend. Wie im Hinkampf in Velbert machte Rexhepi dem Olympiateilnehmer das Leben schwer. Härtel gewann zwar einstimmig, musste dafür jedoch hart arbeiten. Gegen den 18-Jährigen fehlte ihm seine bewundernswerte Beweglichkeit. Er stand zu fest auf den Füßen und konnte dadurch Treffer aus der Halbdistanz nicht vermeiden.

v.l. Leon Bunn (NSV) und Denis Radovan (VBC)VBC-Boxer Denis Radovan startete eine Gewichtsklasse höher und vertrat Peter Mullenberg im Halbschwergewicht. Radovan musste gegen Bunn ran, der seine letzten drei Bundesliga-Einsätze klar gewinnen konnte. Erstklassige Technik, gutes Auge und eine tolle Ring-Aufteilung waren Radovans Waffen, die er gegen den bärenstarken Nordhäuser einsetzte. Bunn schaltete mit dem ersten Gongschlag auf Angriff, und attackierte Radovan mit kraftvollen Kombinationen. Radovan hielt dagegen. Entweder entwischte er aus der Gefahrenzone, oder er fing den NSV-Boxer mit unangenehmen Cross-Schlägen und Aufwärtshaken ab. Am Ende trennten sich die beiden Boxer unentschieden. Damit stand es vor dem letzten Kampf 7 : 6 für den Velberter BC.

v.l. Artur Mann (NSV) und Gottlieb Weiss (VBC)Jetzt lag es an Artur Mann, für Nordhausen das Unentschieden zu retten. Im Schwergewicht musste Mann unbedingt Gottlieb Weiß bezwingen. Doch Weiß dominierte den Kampf und besiegelte Nordhausens erste Heimniederlage nach sieben Jahren.

Nach dem sensationellen Sieg in Nordhausen zeigte sich bei Hans-Gerd Rosik, dem Manager des VBC verhaltener Optimismus. Er hält Hanau weiterhin für den stärksten Verfolger. Allerdings glaubt Rosik dass bei einem Auswärts- und zwei Heimkämpfen  drei Punkte Vorsprung auf Hanau reichen müsste, um mit seinem VBC den 13. Titel in Folge zu gewinnen.

Mike Hanke sieht das Glas weder halbvoll, noch halbleer. Auf die Frage, ob der Velberter BC wieder Deutscher Meister wird, antwortete er verschmitzt: „Fragt mich das nach unserem letzten Heimkampf, wenn der VBC wieder Meister ist.“

Im zweiten Duell der ersten Bundesliga besiegte Straubing den Boxring Hanau mit 10 : 8. Damit führt Velbert mit zwei Punkten vor dem BC Straubing, der mit Hanau die Tabellenplätze tauschte. Vierter ist der Nordhäuser SV. Am Tabellenende änderte sich nichts, da Babelsberg kampffrei hatte.

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