Internationale Jugend-Box-Meisterschaft in Köln begeistert die Medien

v.l. Wladimir Frühsorger, Colonia, TROPS (rückw. Sport) und Jonathan Zumbe, Colonia begrüßen die Zuschauer

v.l. Wladimir Frühsorger, Colonia, TROPS (rückw. Sport) und Jonathan Zumbe, Colonia begrüßen die Zuschauer

Bilder Marmetschke

Der Boxsport boomt! Wer auf der internationalen Deutschen Jugendmeisterschaft in Köln dabei war, wird dies bestätigen. Fast die gesamte Presse war beim Finale anwesend. Auch das Fernsehen wollte sich das Boxspektakel nicht entgehen lassen und hatte mit Torsten May, dem ehemaligen Weltmeister und Olympiasieger einen Ko-Kommentator vom Fach am Ring.  Jetzt mussten unbedingt spannende Kämpfe her und wenn einer fesselnd kämpft, dann ist es der deutsche Boxnachwuchs.

Marie Maciejewski, MVZwei Starterinnen, zwei Goldmedaillen: Damit hatte der Landesverband Mecklenburg-Vorpommern eine hundertprozentige Erfolgsquote bei den Amazonen.  Landestrainer Christian Morales war sichtlich stolz auf Marie Maciejewski und Elisabeth Wohlgemuth, die beide wegen der nächsten Jugend-Olympiade in Nanjing (China) eine Gewichtsklasse hochgerutscht sind. „Fliege“ Marie siegte klar. Sie boxte Justine Metzdorf in die Ringecken und versperrte ihr so den Rückraum. Justine konnte nur noch zur Seite ausweichen. Ein gefährlicher Weg, denn da stieg die Boxerin aus Stralsund mit ihren harten Seitwärtshaken ein. Für ihre tolle Turnierleistung wurde Marie zusätzlich mit den Pokal für die beste Kämpferin belohnt.

Im Leichtgewicht zeigte sich Elisabeth ebenfalls von ihrer besten Seite. Ihre Gegnerin Nathalia Pawletko aus Nordrhein-Westfalen suchte mutig den Angriff, lief jedoch mehrfach in die Schlaghand der WM-Dritten vom PSV Wismar.

Nahkampf - vorn Yunus Ceyhan,NS und Murat Yildirin, hinten

Nahkampf – vorn Yunus Ceyhan,NS und Murat Yildirin

Bei den Jungs aus Mecklenburg-Vorpommern war die Ausbeute geringer. Von den vier Startern holte nur Benno Fuhrmann Bronze. Benno verlor im Halbfinale gegen den späteren Goldmedaillengewinner Murat Yildirim. Der Schweriner ärgerte den amtierenden Deutschen Meister gehörig, doch zum Siegen reichte es nicht. Im Finalkampf brillierte sein Gegner  mit technisch überragenden Boxen gegen den Niedersachsen Junus Ceyhan. Murat verlegte sich aufs Kontern und knallte unglaubliche Schlaghände in Junus‘ Angriffe. Zu Recht kürte die Jury den sympathischen Berliner zum besten Techniker des Turniers.

Silvio Schierle (vorn) und Stephan Nikitin

Silvio Schierle (vorn) und Stephan Nikitin

Eigentlich sah alles nach einem weiteren Titel für den Thüringer Silvo Schierle aus. Der mehrfache Deutsche Meister war gegen den Baden-Württemberger Stephan Nikitin mit ausgezeichneter Beinarbeit unterwegs und schlug dabei viel. Dennoch reichte es nicht, denn Stephan kämpfte taktisch clever. Ausgebufft machte er Silvios Attacken langsam und konterte mit langen und sehr präzisen Geraden. Damit überzeugte er die Jury und holte sich einstimmig den Meistertitel.

v.l.  Brian Hellwich, BRB und Wadimir Frühsorger, NRW

v.l. Brian Hellwich, BRB und Wadimir Frühsorger, NRW

Im Halbweltergewicht holte Wladimir Frühsorger das einzige Gold für den Landesverband Nordrhein-Westfalen. Gäbe es einen Pokal für den spannendsten Kampf, Wladimir hätte ihn verdient. Mit dem ersten Gongschlag ging er gegen Brian Hellwig aus Brandenburg zur Sache. Brians brandgefährliche Angriffe stoppte Wladimir mit Cross-Schlägen. Es sah beinahe aus, als ob sich die beiden ihre Handschuhe platt hauen würden, derart heftig wogte der Kampf hin und her. Am Ende der zweiten brach Wladimir etwas ein, doch der Kölner  kam mit einem unglaublichen Siegeswillen zurück und hatte Brain kurz vor Schluss am Wackeln.

Hadi Nasef, der ebenfalls für NRW startete, holte auf seiner ersten DM Silber. Sein Gegner, der Niedersachse Daniel Weinbinder war der Aktivposten und zwang Hadi in den Rückwärtsgang. Erst in der Schlussrunde besann sich Hadi auf seine Stärken und boxte mit Daniel auf Augenhöhe. Doch es war zu spät, um den Kampf noch zu drehen.

v.l. Shala Granit, BY und Peter Kadiru

v.l. Shala Granit, BY und Peter Kadiru

Mit dem Gefecht der beiden Superschweren Peter Kadiru aus Hamburg und dem Landshuter Shala Granit fand die Deutsche Meisterschaft einen tollen Abschluss. Der U17 WM-Teilnehmer aus Hamburg galt als Favorit, doch Shala stellte den Kampf auf den Kopf. Ohne jeden Respekt suchte Shala das vorzeitige Ende. Zusätzlich vermieste er dem langen Hamburger mit seiner Schlaghand das Angreifen. Peter wirkte zunehmend ratlos und überließ Shalah den Kampf und damit den Meistertitel.

Große Anerkennung ging an den Ausrichter Colonia 06 Köln und ihrem Geschäftsführer Franz Zimmermann. Bereits zum siebten Mal waren die Kölner Gastgeber einer DM und wieder präsentierten sie ein perfekt organisiertes Turnier. Auch DBV-Präsident Jürgen Kyas lobte den Veranstalter: „Weiter so Colonia, weiter so Franz Zimmermann.“

Ergebnisse:
46-49 Kg: Denis Weber, BRB, 3:0 PS über Christos Chereakis, BW
48-51 Kg: Marie Maciejewski, MV 3:0 PS über Justine Metzdorf, BRB
52 Kg: Nico Schlabitz, BRB, 2:1 PS über Chris Paul Krüger, BRB
56 Kg: Murat Yildirim, BE, 3:0 PS über Yunus Ceyhan, NS
60 Kg: Stephan Nikitin, BW, 3:0 PS über Silvio Schierle, TH
57-60 Kg: Elisabeth Wohlgemuth, MV, 3:0 PS über Nathalia Pawletko, NRW
64 Kg: Wladimir Frühsorger, NRW, 3:0 PS über Brian Hellwig, BRB
69 Kg:  Arthur Krischanowski, BY, 2:1 PS über Oliver Ginkel, NRW
75 Kg: Atanasios Kazakis, BW, 3:0 PS über Andrej Merzlykov, BY
69-75 Kg: Ekaterina Stamatoglu, BY, 3:0 PS über Natalie Pendt, TH
81 Kg: Daniel Weinbender, NS, 3:0 PS über Hadi Nasef, NRW
91 Kg: Dominik Thiemke, BE, TKO-A Rd.1 über Jan Klein, NS
+91: Shala Granit, BY, 2:1 PS über Peter Kadiru, HA

Bester Landesverband wurde Brandenburg, vor Bayern und Berlin

Über Manfred Dörrbecker