Deutsche Boxer besiegen Australier mit 18 : 17

v.l. Denis Makarov, GER und Miles Zalewski, AUS

v.l. Denis Makarov, GER und Miles Zalewski, AUS

Nachdem die Deutschen Boxer gegen die Australische Auswahl in Wesel klar verloren hatten, war man im zweiten der drei Aufeinandertreffen um Wiedergutmachung bemüht. Wie geplant, stellte Teamchef Lukas Wilaschek in allen Gewichtsklassen um. Während in Wesel die jungen Wilden kämpften, brachte er in der Sporthalle des Velberter BC schweres Geschütz an den Start, dass das australische Team mit 18 : 17 besiegte.

Bei der Eröffnungszeremonie zeichnete DBV-Präsident Jürgen Kyas den ersten Vorsitzenden des Velberter BC, Hans-Gerd Rosik mit der Ehrenverdienstnadel des DBV in Gold aus. Rosik wurde damit für seine hervorragenden Dienste im olympischen Boxsport geehrt.  Er ist damit der erste Vereinsvertreter, der die höchste Auszeichnung des DBV erhalten hat.

v.l. P. Yilmaz, GER und Cherneka Johnson, AUS

v.l. P. Yilmaz, GER und Cherneka Johnson, AUS

Nach der Veranstaltung sparte Kyas nicht mit Komplimenten. Er sah überraschend guten Boxsport, den der Velberter BC perfekt organisierte. Aber wo Licht ist, da ist auch Schatten. Keine der deutschen Athletinnen konnte bis jetzt ihre Gegnerin bezwingen. Doch während in Wesel die Deutschen Mädels lieber umgefallen wären, als zu verlieren, war von diesem Kampfgeist in Velbert nichts zu spüren. Die sechsfache Deutsche Meisterin und WM-Teilnehmerin Pinar Yilmaz kam nur zu einem schmeichelhaften Unentschieden gegen Cherneka Johnson und Maike Klüners verlor gegen Skye Nicolson nach Punkten. Die Dritte der EU-Meisterschaft von 2010 wirkte müde und schaffte es nicht ihre Klasse abzurufen.
So war auch Kyas in seiner Zwischenbilanz knapp, aber sehr deutlich: „Das Deutsche Frauenboxen muss sich verbessern.“

Millimeterarbeit Hamlet Babayan, GER

Millimeterarbeit Hamlet Babayan, GER

Das war die einzige Kritik des obersten DBV-Funktionärs, denn gerade die jüngeren Kadersportler genossen es, vor der großartigen Kulisse in Velbert zu boxen.
Allen voran Alexander Kupreenko im Junioren-Halbweltergewicht. In der ersten Runde schaute er sich in aller Ruhe an, was sein Gegner Allan Nicolson drauf hat. In der zweiten Runde hatte er genug gesehen und legte los. Nach einer trockenen Schlaghand musste Allan angezählt werden. Jetzt war Alexander nicht mehr zu stoppen. Mit links-rechts Kombinationen nahm der Bottroper den Australier unter Beschuss. Dann streute er seinen giftigen linken Kopfhaken ein. Alexanders Boxen  sah nicht nur geschmeidig aus, es war auch ungemein effektiv, denn Allan kam zunehmend in Schwierigkeiten. Das sah auch der Ringrichter und brach den Kampf in der dritten Runde ab.

Velberts Bundesliga-Star Denis Makarov besiegte den bärenstarken Australier Miles Zalewski einstimmig nach Punkten. Eigentlich ist Makarov im Federgewicht zu Hause, doch gegen Zalewski trat er im höheren Leichtgewicht an. Technisch brillant zeigte Makarov, wie man trifft, ohne getroffen zu werden. Mit diesem Kampf bewies Velberts Lokalmatador, dass er zu Deutschlands Spitze gehört.

v.l. Gottlieb Weiss, GER und Joseph Godell, AUS

v.l. Gottlieb Weiss, GER und Joseph Godell, AUS

Nach einer fast einjährigen Pause vom Wettkampfsport kehrte Gottlieb Weiss wieder zurück in den Ring. Die erste Runde gewann Weiss klar. Doch danach zeigte er nichts mehr und war viel zu passiv gegen den hervorragenden Joseph Godell aus „Down Under“. Es war eindeutig, dem Deutschen fehlte die Praxis. Weiss wartete auf Lücken, die sich einfach nicht auftaten. Scheinbar hatte keiner Godell erzählt, dass er gegen den amtierenden Militär-Europameister im Ring stand, denn Godell kämpfte munter nach vorn und quälte Velberts Bundesliga Boxer im Nahkampf. Dass der Ringrichter Godells Arm zum Zeichen des Sieges hob, war eigentlich nur noch Formsache.

Velberts Trainer Mike Hanke analysierte sachlich die Niederlage seines Schützlings. Es war es eine gute Standortbestimmung, denn für Hanke gewann nicht der Australier, sondern verlor Weiss und meinte damit das Passiv-Verhalten seines Schwergewichtlers. „Eindeutig, Weiss braucht viel mehr wettkampfnahes Training“, ist sein Resümee zu dessen Niederlage.

Damit gibt es noch eine Menge zu tun, denn bereits am 16. November empfängt der Velberter BC den Nordhäuser SV. Jetzt liegt es an Weiss zu zeigen, dass er bis dahin fit genug ist, um im deutschen Oberhaus mithalten zu können.

Alle Ergebnisse
51Kg (Frau.) Cherneka Johnson, AUS, Unentschieden gegen Pinar Yilmaz, GER
52Kg (Jun.) James Beazley, AUS, PS über Kristian Stang, GER
57Kg (Jun.) Ibraim Gunaev, GER, PS über Tai Hawkins, AUS
56Kg ( Jug.) Liam Wilson, AUS, TKO-A Rd. 3 Hadi Sultani, GER
63Kg (Jun.) Alexander Kupreenko, GER, TKO Rd. 3 über Allan Nicolson, AUS
70Kg (Jun.) Jonathan Zumbe, GER, PS  über Philip Kovacs, AUS
60Kg (Frau.) Skye Nicolson, AUS, PS über Maike Klüners, GER
64Kg (Jug.) Hamlet Babayan, GER, PS über Ryan Goodes, AUS
+80Kg (Jun.) Mücahit Ögdü, GER, PS über Paul Kovacs, AUS
75Kg (Jug) Reagan Dessaix, AUS,  PS über Dimitar Tilev, GER
60Kg (Man.) Denis Makarov, GER PS über Miles Zalewski, AUS
+91Kg (Man.) Joseph Godell, AUS, PS über Gottlieb Weiss, GER

Über Manfred Dörrbecker