Bundesliga-Boxen hat für den DBV hohe Priorität

Teilnehmer der Liga-Info- links M. Müller, 5. v. links J. Kyas, 5. v.rechts. E. Dreke

Teilnehmer der Liga-Veranstaltung: links M. Müller, 5. v. links J. Kyas, 5. v.rechts. E. Dreke

DBV Präsident Jürgen Kyas sieht die Bundesligen in Koexistenz mit der World Series of Boxing. Wettkampfbestimmung fordert Cutman Ausbildung für Trainer. Sportdirektor Michael Müller will Medienpräsenz erhöhen.

Während der internationalen Deutschen U21 Meisterschaft in Moers hat der Liga-Ausschuss des Deutschen Boxsport-Verbands (DBV) eine Info-Veranstaltung für die nächste Saison durchgeführt. Geleitet wurde die Sitzung vom DBV Sport-Koordinator und Ligaobmann Karl Heinz Nitzsche. DBV Präsident Jürgen Kyas nahm ebenfalls an den Gesprächen teil. Gleich zum Anfang der Sitzung räumte Kyas mit dem Gerücht auf, deutsches Liga-Boxen stehe im Schatten der World Series of Boxing (WSB) und verliere an Stellenwert. Für Kyas sind die 1. und 2. Bundesliga ein unverzichtbarer Bestandteil des Deutschen Boxsports. Seine Botschaft war eindeutig: „Die Bundesligen haben den gleichen Stellenwert wie die WSB.“

Die WSB ist vergleichbar mit der Champions-League im Fußball. Allerdings starten bei den Boxern nicht nur Teams aus Europa, sondern aus der ganzen Welt. Es kommt einem Ritterschlag gleich, dass der Welt-Boxverband (AIBA) auch ein deutsches Team in die WSB berufen hat.

Der DBV braucht die WSB, denn dort treffen die deutschen Top-Boxer regelmäßig auf die internationale Elite. Für Kyas ist das eine grundlegende Voraussetzung, um bei den Olympischen Spielen in die Medaillenvergabe eingreifen zu können.

DBV Sportdirektor Michael Müller macht sich ebenfalls für die deutschen Ligen stark. Er weiß, ohne sie wäre der erfolgreiche Vormarsch des Amateur-Boxens nicht möglich gewesen. Aber Müller hob auch mahnend den Finger. Sich auf dem Erreichten auszuruhen, wäre seiner Ansicht nach fatal. Beinahe beschwörend forderte er die Vereine auf, an die guten Leistungen der letzten Saison anzuknüpfen. Müller will die Medienpräsenz des Boxsports deutlich erhöhen, idealerweise bei den öffentlich rechtlichen Sendern. Und das erreicht er nur mit spannenden Boxkämpfen in der Bundesliga.

Nach den derzeitigen Planungen gehen in der 1. Liga Altmeister Velberter BC, SV-Motor Babelsberg, der Nordhäuser SV, BC Straubing und der BR Hanau an den Start. In das Unterhaus ziehen ein: Hanse Wismar, die Wölfe aus Chemnitz, Hertha BSC, BSK Seelze und eine Mannschaft aus Heidelberger und Hanauer Boxern.

Die Saison beginnt am Wochenende vom 15.-17. November. Bis zum Jahresende finden noch zwei weitere Veranstaltungen statt und zwar an den Wochenenden vom 29.11. – 01.12. und vom 13.12. – 15.12. Im neuen Jahr geht es dann weiter. Auch an den Modalitäten hat sich nichts geändert. Erstklassig wird in den bewährten sechs Gewichtsklassen mit je vier Runden geboxt. In der zweiten Liga wird in acht Gewichtsklassen und drei Runden geboxt.

E. Dreke bleibt auch während der Ligasitzung über die IDM informiert

E. Dreke bleibt auch während der Ligasitzung über die IDM informiert

Die neuen Wettkampfbestimmungen machen das Boxen für die Zuschauer noch attraktiver. Wie bei den Profis werden die Sportler ohne Kopfschutz antreten. Zukünftig werden die Ringrichter das Gefecht mehr durch Hinweise lenken und nicht wie in der Vergangenheit bei Regelverstößen durch das „Break“ Kommando unterbrechen. Dadurch soll der Kampfverlauf flüssiger und für den Zuschauer gefälliger werden. Ein weiteres Thema war die Cutman-Ausbildung, die nun für alle Trainer Pflicht wird. DBV Kampfrichter-Obmann Erich Dreke beruhigte die etwas verunsicherten Vereinsvertreter, denn der Cutman wird nicht den Ringarzt ersetzen, sondern nur kleinere Wunden versorgen. Was dafür zu tun ist, wird zukünftig in die Trainer-Ausbildung einfließen. Gestandenen Trainern wird hierfür eine Schulung angeboten, gegebenenfalls schon bei der DM in Oldenburg.

Über Manfred Dörrbecker